GROSSPROJEKTE

November 2018 – März 2019: Veranstaltungen zur Ausstellung "Berlin in der Revolution 1918/19"

Ausstellung

Donnerstag, den 8. November 2018, 19.00 Uhr: Ausstellungseröffnung
Berlin in der Revolution 1918/19. Fotografie, Film, Alltag, Unterhaltungskultur
Ort: Museum für Fotografie, Jebensstr. 2, 10623

Revolutionsereignisse werden aus fotografischer Sicht betrachtet – und das zum ersten Mal in Korrespondenz mit dem, was zeitgleich in der Unterhaltungsmusik auf den Bühnen Berlins und in den Filmtheatern stattfand. Denn – anders als heute zu vermuten – kamen die Vergnügungen trotz allem nicht zum Erliegen, ganz im Gegenteil.
Parallel zur Ausstellung erscheint eine Publikation und ein dazugehörendes Soloprogramm.

 

 

Straße frei – Fenster zu – hier wird scharf geschossen oder Man tanzt Foxtrott
Eine Musik-Text-Bild-Collage aus dem Berlin der Jahre 1918/1919


Es knallt in Berlin! Auf den Straßen wird geschossen – auf den Tanzböden wird getanzt. Beides, von den Kämpfen zerstörte Wohnhäuser, Armut und Hunger stehen einer ungebändigten Vergnügungssucht gegenüber, die sich in der Tanzlust auslebt. Der Sekt perlt in Gläsern, Plakate an den Litfaßsäulen künden Nackt- und Schönheitstänze an, die Theater werben mit Revuen und Operetten. In den Gartenlokalen spielen Militärkapellen und wer Lust hat, kann eines der vielen Lichtspieltheater besuchen. Das Straßenbild wird von Kriegsheimkehrenden in feldgrauen Uniformen bestimmt, von Verletzten und Krüppeln. Der Aufruf zu Streiks gehört zur Tagesordnung. Gleichzeitig präsentieren Modezeitschriften exklusive Abendkleider und verraten Annoncen, wo Maskenbälle und Kostümfeste stattfinden.
Das Amüsement beherrscht die kleinsten Kaschemmen in Berlin O. wie die großen Häuser in Berlin W. - für jeden Geldbeutel ist etwas im Berliner Revolutionswinter 1918/1919 dabei.
Komponisten und Textautoren wie Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann, Rudolf Nelson, Siegwart Ehrlich und Paul Preil beschreiben dieses Berlin musikalisch in Revuen, Operetten, Chansons oder Couplets. Die Fotografen Willy Römer und die Gebrüder Haeckel halten die Revolution in Bildern fest und die Tagespresse informiert die Leser über die aktuellsten Ereignisse. Aus all dem entsteht eine Musik-Text-Bild-Collage, die einen kleinen Einblick in das revolutionär aufgewühlte Berlin jener Zeit gibt.

Evelin Förster – Gesang, Recherche und Zusammenstellung
Ferdinand von Seebach – Piano, Arrangements, musikalische Leitung
Andreas Henze – Kontrabass
Stephan Genze – Schlagzeug

Im Rahmen der Ausstellung haben nachfolgende Veranstaltungen stattgefunden:

 

 

Konzerte


Freitag, den 10. Januar 2019, 19.00 Uhr, Premiere
Straße frei! Fenster zu! Hier wird scharf geschossen! oder Man tanzt Foxtrot
Eine Musik-Text-Bild-Collage aus dem Berlin der Jahre 1918/1919.

Ort: Museum für Fotografie, Jebensstr. 2, 10623

 

Montag, den 4. Februar 2019, 19.00 Uhr
Straße frei! Fenster zu! Hier wird scharf geschossen! oder Man tanzt Foxtrot
Eine Musik-Text-Bild-Collage aus dem Berlin der Jahre 1918/1919.

Ort: Podewil, Klosterstrasse 68, 10179 Berlin

 

 

Kuratorenführungen mit Evelin Förster und Enno Kaufhold

Samstag, 19. Januar 2019, 16.00 Uhr

Samstag, 02. März 2019, 16.00 Uhr
Ort: Museum für Fotografie, Jebensstr. 2, 10623
The Revolution Of 1918/1919 In Berlin: A New Exhibition Incorporates Entertainment Culture

 

 

Internationales Symposium

Freitag, 1. März 2019 von 11-19.00 Uhr

2013 Berliner Themenjahr "Zerstörte Vielfalt – Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus"

Im Rahmen des Berliner Themenjahrs "Zerstörte Vielfalt – Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus" war die multimediale Collage "Land des Lächelns oder Es wird schon wieder besser" regelmäßiger Veranstaltungsbestandteil:

 

Donnerstags, 14.02./18.04./19.09. und 07.11.2013, jeweils 19 Uhr

Ort: Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin

 

Donnerstags, 30.05./27.06./26.09. und 31.10.2013, jeweils 20 Uhr

Hotel Bogota, Schlüterstr. 45, 10707 Berlin

Land des Lächelns oder Es wird schon wieder besser

Ungeliebte Künstler im Rampenlicht – Eine multimediale Collage von und mit Evelin Förster 

 

"Es wird schon wieder besser“ beruhigte Dolly Haas in einem Chanson aus dem gleichnamigen Film, der unter der Regie von Kurt Gerron 1932 entstand. "Was nimmt man auf die Flucht mit und wie sieht ein Fluchtkoffer aus, der eine, den man mitnehmen darf“, fragte Friedrich Hollaender, als er 1933 Deutschland verlassen musste. Was passierte mit all diesen Künstlern, die Berlin im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts zu einer kulturellen Weltstadt machten? So vielfältig die Zerstörung durch das Naziregime war, so vielfältig waren auch die Schicksale: Berufsverbot, Enteignung, Arbeitslager, Deportation, Ermordung, Suizid oder das Leben im Versteck. 

 

In biografischen Skizzen, die mit Fotos ergänzt werden, stellt Evelin Förster einige der heute noch bekannten, aber auch längst vergessene Künstlerinnen und Künstler wieder ins Rampenlicht. Live-Gesang und originale Toneinspielungen, aber auch zeitgenössische Texte und Librettos erinnern an den musikalischen Reichtum der Zeit.